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Bergwerk
Amalienhöhe - Waldalgesheim
Das Bergwerk
Amalienhöhe (auch Grube Dr. Geier) liegt oberhalb von Waldalgesheim
am Rande des Hunsrück unweit von Bingen am Rhein. Das ehemalige Mangan-
und Dolomitbergwerk ist durch seine Architektur einzigartig unter den Industriedenkmälern
Deutschlands.
Ende
des 19. Jahrhunderts entdeckte man die Bedeutung des Manganerzes als Zuschlagstoff
bei der Stahlveredelung. Ab 1885 begann der Mainzer Architekt Dr. Heinrich
Claudius Geier im neu erschlossenen Grubenfeld Suchschächte abzutäufen.
Die Darmstädter Architekten Gero Marquart und Eugen Seibert erstellten
eine Planung im neobarocken Stil. Um eine Art Ehrenhof herum sind die Gebäude
fast axialsymmetrisch angeordnet. Hinter dem Portal wird der Hof von zwei
villenartigen Gebäuden flankiert. Das Zechenhaus rechts enthielt die
Direktion und die Verwaltung, in der gegenüber liegenden Herberge waren
Baubüro, Beamtenkasino und Wohnungen untergebracht. Etwas nach hinten
versetzt folgt links der Saalbau. Er ist das aufwändigste Gebäude
und beherbergte einen Speiseraum sowie einen Theater- und Vortragsraum. Auf
der rechten Seite schließt sich hinter dem Zechenhaus das eigentliche
Betriebsgebäude mit Magazin, Lohnhalle, Kaue, und Erzsilo mit Förderturm
an. Der Hof wird begrenzt durch die querstehende Maschinenhalle, vor der eine
als Kühlteich dienende oktogonale Brunnenanlage platziert ist. Dahinter
folgt der Werkhof.
Nach
Ende des Ersten Weltkriegs wurde in der Grube vorwiegend Dolomit abgebaut.
Da sich Dolomit leichter im Tagebau gewinnen ließ, wurde die Produktion
unrentabel und das Bergwerk musste 1971 schließen. Im Moment sind einzelne
Gebäude an unterschiedliche Bewohner, Firmen und Behörden vermietet.