„WAS BLEIBT...“ Mainzer
Eisenbahnbrücke Mit
den Möglichkeiten der Eisenarchitektur und dem Aufkommen
des Eisen- bahnverkehrs wurden neue Anforderungen an den Brückenbau
gestellt. Als vierte der in Deutschland gebauten Rheinbrücken
- nach Köln, Koblenz und Straßburg - wurde die
Eisenbahnbrücke zwischen Mainz und Gustavsburg am 15.
Juli 1862 nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt.
Nach über 1.000 Jahren gab es erstmals wieder eine feste
Rheinbrücke in Mainz.
Das
von der Maschinenfabrik Klett & Kramer (später MAN) nach dem
Paulischen Trägersystem errichtete Bauwerk bestand aus
drei stählernen Balkenträgern mit gekrümmten
Ober- und Untergurten, sowie Ausfüllungen. Es lastete
auf gemauerten Strompfeilern mit einem Stützenabstand
von 105.26m. Einen formal abweichenden Akzent setzten die
massiven Kopfbauten an den Ufern. Hier bestimmen wehrhafte
Doppelturmanlagen aus rotem Sandstein das Bild. Zwischen den
neogotischen Rundtürmen, denen kleinere Treppentürme
angefügt sind, erstrecken sich Torwände mit doppelten,
spitzbogigen Durch- fahrten. Der monumentale Eindruck von
Wehrhaftigkeit wird durch den fast überreichen Einsatz
von Zinnen noch verstärkt. In
der Nacht vom 17./18. März 1945 sprengten deutsche Soldaten
die be- schädigte Brücke. Ihre neue, 1949 fertiggestellte,
Stahlkonstruktion besteht aus einem Balkenträger mit
einem Oberbau aus parallel geführten Gurten und einem
Gittersystem mit Dreigelenkrahmen.